34a Prüfungsfragen: 36 Übungsfragen mit Lösung und Paragraf

Vier Fragen aus jedem der neun Sachgebiete, im Stil der IHK-Prüfung. Erst selbst antworten, dann aufklappen: Du siehst die Lösung, warum sie stimmt und auf welchem Paragrafen sie beruht.

Die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO prüft kein Faktenwissen zum Auswendiglernen. Sie prüft, ob du in einer Situation weißt, was du darfst und warum. Deshalb steht unter jeder Lösung hier die Rechtsgrundlage. Wer den Paragrafen kennt, erkennt die richtige Antwort auch dann, wenn die IHK die Frage anders formuliert.

So ist die schriftliche Prüfung aufgebaut

Seit dem 1. Juli 2025 gilt bundesweit ein neues Bewertungsschema. Die IHK Ostthüringen fasst es so zusammen:

bis 30.06.2025 seit 01.07.2025
Prüfungsfragen 72 82
Punkte gesamt 100 120
Bestanden ab 50 Punkten 60 Punkten
Fragen mit mehreren richtigen Antworten nur volle Punkte Teilpunkte pro richtiger Antwort

Das Niveau soll gleich bleiben, ebenso der Stoff und die Gewichtung der Sachgebiete. Neu ist vor allem, dass eine halb richtig beantwortete Frage nicht mehr null Punkte bringt. Bei Fragen mit mehreren richtigen Antworten lohnt es sich also, jede Antwortoption einzeln zu prüfen.

Die Fragen unten haben eine oder zwei richtige Antworten. Wo es zwei sind, steht es in der Frage.

1. Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung

Der Kern dieses Sachgebiets: Eine Sicherheitskraft hat keine hoheitlichen Befugnisse. Sie handelt aus dem Hausrecht ihres Auftraggebers und aus den Rechten, die jeder Mensch hat, den sogenannten Jedermannsrechten.

Frage 1
Ein Besucher weigert sich nach wirksamem Hausverbot zu gehen. Welche Straftat kommt in Betracht?
  1. Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)
  2. Diebstahl (§ 242 StGB), weil er die Ladenfläche unbefugt nutzt
  3. Betrug (§ 263 StGB)
  4. Sachbeschädigung (§ 303 StGB)
Antwort prüfen

Richtig: A · Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)

Das Verweilen trotz Aufforderung erfüllt die zweite Tatvariante des § 123 StGB; der Berechtigte muss Strafantrag stellen.

Kurz gesagt: Wer trotz Hausverbot bleibt, begeht Hausfriedensbruch.

Rechtsgrundlage: § 123 StGB · „… oder, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt …“

Frage 2
Was ist eine 'Gefahr im Verzug'?
  1. Eine Lage, in der ein Abwarten den Erfolg einer erforderlichen Maßnahme vereiteln würde
  2. Eine Gefahr, die erst in einigen Tagen eintritt
  3. Eine Gefahr, die nur die Polizei betrifft
  4. Eine ungefährliche Verzögerung im Ablauf
Antwort prüfen

Richtig: A · Eine Lage, in der ein Abwarten den Erfolg einer erforderlichen Maßnahme vereiteln würde

'Gefahr im Verzug' rechtfertigt ausnahmsweise sofortiges hoheitliches Handeln ohne Richter — eine Kompetenz der Behörden, nicht der Wachperson.

Kurz gesagt: Gefahr im Verzug = keine Zeit zu warten — das dürfen aber Behörden, nicht du.

Rechtsgrundlage: Art. 13 Abs. 2 GG · „Durchsuchungen dürfen nur durch den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die … gesetzlich vorgesehenen Organe angeordnet … werden.“

Frage 3
Welche Aussagen zum Hausrecht in einem Einkaufszentrum treffen zu? (2 richtige Antworten)
  1. Der Betreiber kann ein Hausverbot grundsätzlich ohne Angabe von Gründen aussprechen
  2. Die Ausübung des Hausrechts kann auf den Sicherheitsdienst übertragen werden
  3. Ein Hausverbot muss immer von der Polizei bestätigt werden
  4. In öffentlich zugänglichen Läden gibt es kein Hausrecht
Antwort prüfen

Richtig: A, B · Der Betreiber kann ein Hausverbot grundsätzlich ohne Angabe von Gründen aussprechen · Die Ausübung des Hausrechts kann auf den Sicherheitsdienst übertragen werden

Das Hausrecht folgt aus §§ 858 ff., 903, 1004 BGB; bei öffentlich zugänglichen Geschäften kann seine Ausübung sachlich begrenzt sein (AGG), die Übertragung auf den Dienst ist Standard.

Kurz gesagt: Der Betreiber bestimmt — und darf dich vorschicken. Die Polizei braucht es dafür nicht.

Rechtsgrundlage: § 903 BGB · „Der Eigentümer einer Sache kann … andere von jeder Einwirkung ausschließen.“

Frage 4
Was ist der zentrale Unterschied zwischen der Wachperson und einem Polizeibeamten?
  1. Die Wachperson hat keine hoheitlichen Befugnisse, der Polizeibeamte handelt hoheitlich
  2. Die Wachperson darf mehr Zwang anwenden als die Polizei
  3. Es besteht überhaupt kein rechtlicher Unterschied zwischen beiden
  4. Die Wachperson darf Bußgelder verhängen, der Polizist nicht
Antwort prüfen

Richtig: A · Die Wachperson hat keine hoheitlichen Befugnisse, der Polizeibeamte handelt hoheitlich

Der wichtigste Merksatz von SG 1: keine Hoheitsgewalt für Private. Alles Weitere folgt daraus.

Kurz gesagt: Kernsatz: Du bist kein Polizist und hast keine Amtsgewalt.

Rechtsgrundlage: Art. 20 Abs. 2 GG · „Alle Staatsgewalt … wird … durch besondere Organe … ausgeübt.“

2. Gewerberecht

Hier geht es um die Regeln für das Bewachungsgewerbe selbst: wer eine Erlaubnis braucht, was Unterrichtung und Sachkundeprüfung unterscheidet und welche Pflichten im Dienst gelten.

Frage 5
Wer ist Adressat der Erlaubnispflicht nach § 34a GewO?
  1. Der Gewerbetreibende, der die Bewachung als Unternehmen anbietet
  2. Jede einzelne angestellte Wachperson persönlich
  3. Der Kunde, dessen Objekt bewacht wird
  4. Die Industrie- und Handelskammer
Antwort prüfen

Richtig: A · Der Gewerbetreibende, der die Bewachung als Unternehmen anbietet

Die Erlaubnis trägt das Unternehmen; die Wachperson braucht Qualifikation und Registerfreigabe, nicht die Erlaubnis.

Kurz gesagt: Die Firma braucht die Erlaubnis, du die Freigabe.

Rechtsgrundlage: § 34a Abs. 1 GewO · „Wer gewerbsmäßig … bewachen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.“

Frage 6
Was ist der Zweck der 40-stündigen Unterrichtung?
  1. Grundkenntnisse für einfache Bewachungstätigkeiten zu vermitteln (ohne Prüfung)
  2. Eine vollwertige Sachkundeprüfung zu ersetzen
  3. Die Waffensachkunde zu vermitteln
  4. Eine Ausbildung zum Meister abzuschließen
Antwort prüfen

Richtig: A · Grundkenntnisse für einfache Bewachungstätigkeiten zu vermitteln (ohne Prüfung)

Die Unterrichtung ist Grundstufe (Teilnahme genügt) für einfache Tätigkeiten; die Katalogtätigkeiten verlangen die Prüfung.

Kurz gesagt: Unterrichtung = 40 Stunden Grundwissen ohne Prüfung.

Rechtsgrundlage: § 34a Abs. 1a GewO · „… Personen …, die an einer Unterrichtung … teilgenommen haben …“

Frage 7
Was ist die Bewacher-ID?
  1. Eine im Register vergebene Kennnummer, die die Wachperson eindeutig zuordnet
  2. Ein Ausweis der Polizei
  3. Eine Steuernummer
  4. Ein freiwilliges Branchenabzeichen
Antwort prüfen

Richtig: A · Eine im Register vergebene Kennnummer, die die Wachperson eindeutig zuordnet

Die Bewacher-ID identifiziert die freigegebene Wachperson im Register — Grundlage für Kontrolle und Ausweis.

Kurz gesagt: Bewacher-ID = deine Nummer im Register.

Rechtsgrundlage: § 11b GewO · „… in dem … Wachpersonen … erfasst werden.“

Frage 8
Wann ist eine sichtbare Kennzeichnung (Name/Nummer) Pflicht?
  1. Bei Citystreife und im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken
  2. Bei jeder Tätigkeit ausnahmslos
  3. Nur bei Werttransporten
  4. Nur bei Messen über 5000 Besucher
Antwort prüfen

Richtig: A · Bei Citystreife und im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken

Sichtbare Kennzeichnung für die konfliktträchtigen öffentlichen Tätigkeiten ermöglicht Zuordnung und Beschwerden.

Kurz gesagt: Citystreife und Tür: sichtbares Schild. Werkschutz: Ausweis reicht.

Rechtsgrundlage: BewachV (Kennzeichnungspflicht) · „Wachpersonen, die Tätigkeiten nach § 34a Abs. 1a Satz 2 Nr. 4 und 5 GewO ausüben, haben ein sichtbares Schild … zu tragen.“

3. Datenschutzrecht

Am Empfang, an der Pforte und am Monitor verarbeitest du ständig personenbezogene Daten. Die Prüfung fragt, wann das erlaubt ist und wie du mit Pannen umgehst.

Frage 9
Wann dürfen Besucherdaten am Empfang erhoben werden?
  1. Wenn es für den Zweck (Zutrittskontrolle, Sicherheit) erforderlich ist
  2. Immer vollständig: Ausweiskopie, Anschrift, Arbeitgeber, Fahrzeugtyp und Religionszugehörigkeit
  3. Nur mit notariell beglaubigter Einwilligung
  4. Gar nicht — Besucherlisten sind seit der DSGVO generell verboten
Antwort prüfen

Richtig: A · Wenn es für den Zweck (Zutrittskontrolle, Sicherheit) erforderlich ist

Datensparsam: nur was gebraucht wird. Name, Firma, Zeit, Gastgeber — das trägt eine Zutrittskontrolle. Ausweiskopien sind regelmäßig überschießend; Sichtprüfung genügt.

Kurz gesagt: So wenig wie möglich aufschreiben — und Ausweise anschauen, nicht kopieren.

Rechtsgrundlage: Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO · „Personenbezogene Daten müssen dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein („Datenminimierung“).“

Frage 10
Was verlangt 'Datenminimierung' an der Pforte?
  1. Nur die für den Zweck notwendigen Angaben erheben (z. B. Name, Firma, Zeit)
  2. So viel wie möglich sammeln
  3. Immer eine Ausweiskopie anfertigen
  4. Auch Geburtsdatum und Religion erfassen
Antwort prüfen

Richtig: A · Nur die für den Zweck notwendigen Angaben erheben (z. B. Name, Firma, Zeit)

Sparsam erheben: Ausweiskopien sind meist überschießend, Sichtprüfung genügt.

Kurz gesagt: Nur das Nötige aufschreiben — keine Ausweiskopien.

Rechtsgrundlage: Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO · „… auf das … notwendige Maß beschränkt …“

Frage 11
Welche Daten sind 'besondere Kategorien personenbezogener Daten'? (2 richtige Antworten)
  1. Daten über Gesundheit und Sexualleben
  2. Daten über religiöse Überzeugungen und Gewerkschaftszugehörigkeit
  3. Der Name und die Firmenzugehörigkeit eines Besuchers
  4. Das amtliche Kfz-Kennzeichen eines Firmenwagens
Antwort prüfen

Richtig: A, B · Daten über Gesundheit und Sexualleben · Daten über religiöse Überzeugungen und Gewerkschaftszugehörigkeit

Besondere Kategorien sind grundsätzlich verboten (Art. 9). Name/Firma/Kennzeichen sind zwar personenbezogen, aber keine besonderen Kategorien.

Kurz gesagt: Gesundheit, Religion, Gewerkschaft = extra geschützt. Name und Kennzeichen = normal geschützt.

Rechtsgrundlage: Art. 9 Abs. 1 DSGVO · „Die Verarbeitung … aus denen die rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse … Überzeugungen oder die Gewerkschaftszugehörigkeit hervorgehen, … Gesundheitsdaten … [ist] untersagt.“

Frage 12
Die Wachperson bemerkt, dass eine Liste mit Besucherdaten verloren gegangen ist. Was ist zu tun?
  1. Den Vorfall unverzüglich dem Verantwortlichen/Vorgesetzten melden
  2. Nichts unternehmen, solange sich kein Betroffener über den Verlust beschwert
  3. Die Liste heimlich neu erstellen
  4. Die Betroffenen in den sozialen Medien warnen
Antwort prüfen

Richtig: A · Den Vorfall unverzüglich dem Verantwortlichen/Vorgesetzten melden

Die 72-Stunden-Frist der Meldepflicht läuft beim Verantwortlichen — er kann sie nur halten, wenn Beschäftigte Pannen sofort intern melden.

Kurz gesagt: Datenpanne = sofort melden. Die Frist ist kurz.

Rechtsgrundlage: Art. 33 DSGVO · „Im Falle einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten meldet der Verantwortliche … binnen 72 Stunden … der Aufsichtsbehörde.“

4. Bürgerliches Recht

Das BGB regelt, wann du dich oder fremdes Eigentum selbst schützen darfst und wer für einen Schaden haftet. Notwehr, Notstand und Selbsthilfe sind die Klassiker.

Frage 13
Wann ist Selbsthilfe nach § 229 BGB zulässig?
  1. Wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen der Anspruch vereitelt würde
  2. Immer, wenn gegen den Schuldner ein fälliger Anspruch besteht
  3. Nur mit anwaltlicher Beratung
  4. Wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist
Antwort prüfen

Richtig: A · Wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen der Anspruch vereitelt würde

Selbsthilfe ist die absolute Ausnahme: erst wenn Polizei/Gericht nicht rechtzeitig helfen können und der Anspruch sonst verloren ginge.

Kurz gesagt: Erst Polizei rufen. Selbst handeln nur, wenn es sonst zu spät wäre.

Rechtsgrundlage: § 229 BGB · „Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt … handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt … werde.“

Frage 14
Was ist Notwehr nach dem BGB?
  1. Die erforderliche Verteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff
  2. Jede Reaktion auf eine unhöfliche Bemerkung
  3. Die Bestrafung eines Angreifers nach der Tat
  4. Die Abwehr einer erst morgen drohenden Gefahr
Antwort prüfen

Richtig: A · Die erforderliche Verteidigung gegen einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff

Gegenwärtig + rechtswidrig + erforderlich; nach dem Angriff ist Schluss. Wortgleich mit § 32 StGB.

Kurz gesagt: Jetzt und zu Unrecht angegriffen — dann wehren, so viel wie nötig.

Rechtsgrundlage: § 227 Abs. 2 BGB · „Notwehr ist die Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff … abzuwenden.“

Frage 15
Welche Aussagen zur Selbsthilfe (§ 229 BGB) treffen zu? (2 richtige Antworten)
  1. Sie ist nur zulässig, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist
  2. Sie setzt voraus, dass ohne sofortiges Eingreifen die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert würde
  3. Sie erlaubt es jederzeit, offene Forderungen mit Gewalt einzutreiben
  4. Sie ist der gesetzliche Normalfall der Anspruchsdurchsetzung
Antwort prüfen

Richtig: A, B · Sie ist nur zulässig, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist · Sie setzt voraus, dass ohne sofortiges Eingreifen die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert würde

Selbsthilfe ist die eng begrenzte Ausnahme: nur bei drohendem Anspruchsverlust und wenn der Staat nicht rechtzeitig helfen kann. Der Normalfall ist der Rechtsweg.

Kurz gesagt: Selbst zugreifen nur im Notfall, wenn sonst der Anspruch verloren geht.

Rechtsgrundlage: § 229 BGB · „Wer zum Zwecke der Selbsthilfe … handelt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt … werde.“

Frage 16
Welche zivilrechtliche Folge hat grundloses Einsperren?
  1. Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche wegen Freiheitsverletzung
  2. Keine, wenn es kurz war
  3. Ein Anspruch des Wachmanns auf Entschädigung
  4. Nur eine Entschuldigungspflicht
Antwort prüfen

Richtig: A · Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche wegen Freiheitsverletzung

Die Freiheit ist geschütztes Rechtsgut; grundloses Einsperren begründet Ansprüche (und Freiheitsberaubung strafrechtlich).

Kurz gesagt: Grundlos einsperren kostet Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Rechtsgrundlage: § 823 Abs. 1 BGB · „Wer … die Freiheit … widerrechtlich verletzt, ist … zum Ersatz … verpflichtet.“

5. Straf- und Strafverfahrensrecht

Diebstahl oder Raub, Notwehr, die vorläufige Festnahme nach § 127 StPO und was danach erlaubt ist: Dieses Sachgebiet entscheidet oft über den mündlichen Teil.

Frage 17
Was ist Diebstahl (§ 242 StGB)?
  1. Die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache in Zueignungsabsicht
  2. Das Ausleihen mit Rückgabeabsicht
  3. Das Finden einer Sache
  4. Der Kauf einer Ware
Antwort prüfen

Richtig: A · Die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache in Zueignungsabsicht

Einstecken in die Jacke kann schon Wegnahme sein (Gewahrsamsenklave); fürs Festnahmerecht zählt die frische Tat.

Kurz gesagt: Fremdes wegnehmen, um es zu behalten = Diebstahl.

Rechtsgrundlage: § 242 Abs. 1 StGB · „Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, [sie] sich … rechtswidrig zuzueignen …“

Frage 18
Was ist der Unterschied zwischen Diebstahl (§ 242) und Raub (§ 249)?
  1. Raub ist Wegnahme MIT Gewalt gegen eine Person oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben
  2. Raub betrifft nur Banken, Geldtransporte und ähnlich besonders gesicherte Einrichtungen
  3. Diebstahl ist immer ein Verbrechen, Raub ein Vergehen
  4. Beim Raub fehlt die Zueignungsabsicht
Antwort prüfen

Richtig: A · Raub ist Wegnahme MIT Gewalt gegen eine Person oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben

Reißt der fliehende Dieb sich los, kann aus Diebstahl räuberischer Diebstahl (§ 252) werden — für die Eigensicherung der wichtigste Eskalationspunkt.

Kurz gesagt: Kommt Gewalt zur Wegnahme dazu, ist es Raub — eine ganz andere Liga.

Rechtsgrundlage: § 249 Abs. 1 StGB · „Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen … wegnimmt …“

Frage 19
Wann handelt jemand in Notwehr im Sinne des StGB?
  1. Bei der Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden
  2. Bei jeder begründeten Angst vor einem künftigen Angriff auf sich oder andere
  3. Bei Vergeltung nach einem Angriff
  4. Nur bei Angriffen mit Waffen
Antwort prüfen

Richtig: A · Bei der Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden

Wer in Notwehr handelt, handelt nicht rechtswidrig. Nach dem Angriff ist Schluss: Vergeltung ist keine Notwehr mehr.

Kurz gesagt: Während des Angriffs: verteidigen erlaubt. Danach zuschlagen: strafbar.

Rechtsgrundlage: § 32 StGB · „Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.“

Frage 20
Darf die Wachperson einen Festgehaltenen durchsuchen?
  1. Grundsätzlich nein; nur die Abwehr einer erkennbaren Gefahr (sichtbare Waffe) ist gedeckt
  2. Ja, jede Festnahme erlaubt volle Durchsuchung
  3. Ja, mit zwei Zeugen
  4. Ja, auf Kundenweisung
Antwort prüfen

Richtig: A · Grundsätzlich nein; nur die Abwehr einer erkennbaren Gefahr (sichtbare Waffe) ist gedeckt

Durchsuchung ist hoheitlich; Taschenkontrolle macht die Polizei. Nur Gefahrenabwehr (Waffe) ist gedeckt.

Kurz gesagt: Festhalten ja, Taschen durchsuchen nein — außer sichtbare Waffe.

Rechtsgrundlage: § 127 Abs. 1 StPO · „… vorläufig festzunehmen.“

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6. Umgang mit Verteidigungswaffen

Auch wer im Dienst keine Waffe trägt, muss die Grundzüge des Waffengesetzes kennen: kleiner Waffenschein, Zuverlässigkeit, Fundwaffen.

Frage 21
Was braucht, wer eine Schreckschusspistole in der Öffentlichkeit führen will?
  1. Den Kleinen Waffenschein
  2. Gar nichts, Erwerb und Führen sind ab 18 Jahren völlig frei
  3. Einen Jagdschein
  4. Die Erlaubnis des Arbeitgebers
Antwort prüfen

Richtig: A · Den Kleinen Waffenschein

Erwerb ab 18 ist frei (PTB-Zeichen), aber das FÜHREN in der Öffentlichkeit verlangt den Kleinen Waffenschein und volle Zuverlässigkeit.

Kurz gesagt: Kaufen ab 18 ok — draußen tragen nur mit Kleinem Waffenschein.

Rechtsgrundlage: § 10 Abs. 4 Satz 4 WaffG · „Der Erlaubnis zum Führen bedarf auch, wer Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen führen will (Kleiner Waffenschein).“

Frage 22
Was ist beim Vorhalten/Androhen einer Waffe zu beachten?
  1. Es kann Bedrohung/Nötigung sein und ist nur in echter Notwehrlage gerechtfertigt
  2. Es ist harmlos, weil kein Schuss fällt
  3. Es ist immer erlaubt bei gesicherter Waffe
  4. Es ist nur nachts problematisch
Antwort prüfen

Richtig: A · Es kann Bedrohung/Nötigung sein und ist nur in echter Notwehrlage gerechtfertigt

Die Waffe ist kein Einschüchterungsmittel; Androhen ohne Notwehrlage ist strafbar.

Kurz gesagt: Waffe zeigen zum Einschüchtern = Bedrohung.

Rechtsgrundlage: § 241 Abs. 1 StGB · „Wer einen Menschen mit … Verbrechen bedroht, wird … bestraft.“

Frage 23
Wie ist mit Fundmunition/Fundwaffe umzugehen?
  1. Nicht anfassen bzw. sichern und der Behörde/Polizei melden
  2. Selbst entsorgen
  3. Mitnehmen und behalten
  4. An Kollegen verteilen
Antwort prüfen

Richtig: A · Nicht anfassen bzw. sichern und der Behörde/Polizei melden

Fundwaffen sind Behördensache; Eigenmanipulation gefährdet Beweise und Sicherheit.

Kurz gesagt: Waffe/Munition gefunden: Hände weg, melden.

Rechtsgrundlage: § 37 WaffG · „Wer eine Waffe oder Munition findet …, hat dies … der zuständigen Behörde … anzuzeigen.“

Frage 24
Was besagt die waffenrechtliche Zuverlässigkeit (§ 5 WaffG)?
  1. Bestimmte Verurteilungen/Bestrebungen schließen die Zuverlässigkeit (und damit Erlaubnisse) aus
  2. Jeder ist zuverlässig, egal was vorliegt
  3. Sie gilt nur für Ausländer
  4. Sie betrifft nur Jäger
Antwort prüfen

Richtig: A · Bestimmte Verurteilungen/Bestrebungen schließen die Zuverlässigkeit (und damit Erlaubnisse) aus

Ohne Zuverlässigkeit keine Waffe; einschlägige Vorstrafen tragen die Regelvermutung.

Kurz gesagt: Vorstrafen/Extremismus = keine Waffe.

Rechtsgrundlage: § 5 Abs. 1 WaffG · „Die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen Personen nicht, die … verurteilt worden sind …“

7. Unfallverhütungsvorschriften

Arbeitsschutz, Erste Hilfe und Brandschutz. Die Fragen sind praktisch: Was tust du als Erstes, wen musst du informieren?

Frage 25
Was ist bei Verdacht auf einen Herzstillstand zu tun?
  1. Sofort 112, Herzdruckmassage beginnen und einen AED (Defibrillator) holen lassen, falls verfügbar
  2. Abwarten, ob die Person von selbst wieder zu Atem kommt
  3. Der Person Wasser einflößen
  4. Nur den Puls fühlen und sonst nichts tun
Antwort prüfen

Richtig: A · Sofort 112, Herzdruckmassage beginnen und einen AED (Defibrillator) holen lassen, falls verfügbar

Keine normale Atmung = Reanimation: 112, Herzdruckmassage (30:2), AED nutzen. Jede Minute zählt; Nichthandeln ist tödlich und strafbar.

Kurz gesagt: Kein Atem = drücken, drücken, drücken + 112 + Defi holen.

Rechtsgrundlage: DGUV Vorschrift 1 (Erste Hilfe) · „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Erste Hilfe … geleistet werden kann.“

Frage 26
Was gilt für Fettbrände? (2 richtige Antworten)
  1. Brandklasse F
  2. Niemals mit Wasser löschen
  3. Brandklasse C
  4. Wasser ist ideal
Antwort prüfen

Richtig: A, B · Brandklasse F · Niemals mit Wasser löschen

Wasser im heißen Fett verpufft explosionsartig; F-Löscher oder abdecken.

Kurz gesagt: Fettbrand + Wasser = Explosion. Deckel/F-Löscher.

Rechtsgrundlage: DIN EN 2 · „Brandklasse F: Brände von Speiseölen und -fetten.“

Frage 27
Wann ist ein Arbeitsunfall der BG zu melden?
  1. Bei mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder Tod, binnen drei Tagen durch den Unternehmer
  2. Nie
  3. Nur bei Krankenhausaufenthalt über zwei Wochen
  4. Nur auf Wunsch des Verletzten
Antwort prüfen

Richtig: A · Bei mehr als drei Tagen Arbeitsunfähigkeit oder Tod, binnen drei Tagen durch den Unternehmer

Meldepflicht ab >3 Tagen AU/Tod; jeder Vorfall gehört zudem ins Verbandbuch.

Kurz gesagt: Mehr als drei Tage krank = an die BG melden.

Rechtsgrundlage: § 193 Abs. 1 SGB VII · „Die Unternehmer haben Unfälle … anzuzeigen, wenn Versicherte … mehr als drei Tage arbeitsunfähig werden.“

Frage 28
Was ist beim Rückwärtseinweisen von Fahrzeugen auf dem Objektgelände zu beachten?
  1. Sichere Position außerhalb des Fahrwegs, Sichtkontakt zum Fahrer, klare Zeichen — nie im toten Winkel stehen
  2. Möglichst dicht hinter dem Fahrzeug stehen, um genau zu dirigieren
  3. Dem Fahrer den Rücken zuwenden, um den Verkehr zu beobachten
  4. Auf Handzeichen verzichten und nur rufen
Antwort prüfen

Richtig: A · Sichere Position außerhalb des Fahrwegs, Sichtkontakt zum Fahrer, klare Zeichen — nie im toten Winkel stehen

Einweiser verunglücken im toten Winkel oder beim Quetschen. Regel: außerhalb der Fahrspur, Sichtkontakt, klare Zeichen, Abbruch bei Sichtverlust.

Kurz gesagt: Beim Einweisen: aus der Fahrspur raus, Blickkontakt halten, nie in den toten Winkel.

Rechtsgrundlage: DGUV Vorschrift 1 (Verkehrssicherung) · „Beschäftigte haben sich so zu verhalten, dass sie sich und andere nicht gefährden.“

8. Umgang mit Menschen

Deeskalation ist kein weiches Thema. Wer ruhig, klar und ohne Provokation spricht, muss seltener Gewalt anwenden und steht danach rechtlich besser da.

Frage 29
Wie sollte eine Aufforderung formuliert sein?
  1. Klar, kurz, begründet, erfüllbar
  2. Verschachtelt mit Fachbegriffen
  3. Als vage Andeutung
  4. Als laute Drohung
Antwort prüfen

Richtig: A · Klar, kurz, begründet, erfüllbar

Klar + begründet + erfüllbar; drohende Ansagen erzeugen Widerstand.

Kurz gesagt: Sag klar und höflich, was du willst und warum.

Rechtsgrundlage: Kommunikation (Rahmenstoffplan SG 8) · „Wirksame Anweisungen sind eindeutig, begründet und erfüllbar.“

Frage 30
Warum ist Provokation ('Was guckst du?') eine Falle für die Wachperson?
  1. Sie zielt darauf, eine unprofessionelle Reaktion auszulösen
  2. Sie ist ein Zeichen, dass sofort körperlich reagiert werden muss
  3. Sie bedeutet, dass das Gegenüber bereits aufgegeben hat
  4. Sie ist rechtlich immer eine strafbare Beleidigung mit Festnahmerecht
Antwort prüfen

Richtig: A · Sie zielt darauf, eine unprofessionelle Reaktion auszulösen

Wer anbeißt, verliert die Kontrolle und riskiert rechtliche Folgen. Provokation ist Köder: Ziel ist die Überreaktion, die dann gegen den Dienst verwendet wird. Souverän, sachlich, nicht anbeißen.

Kurz gesagt: Provokation will dich aus der Fassung bringen — beiß nicht an.

Rechtsgrundlage: Deeskalation (Rahmenstoffplan SG 8) · „Provokationen zielen auf den Kontrollverlust des Gegenübers.“

Frage 31
Was ist bei einem Gruppenkonflikt (mehrere aggressive Personen) besonders zu beachten?
  1. Erhöhte Eigengefahr; Verstärkung anfordern, Distanz halten, keine Alleingänge, Fluchtweg sichern
  2. Sich in die Mitte der Gruppe begeben, um Kontrolle zu zeigen
  3. Alle gleichzeitig lautstark zurechtweisen
  4. Die größte Person zuerst körperlich angehen
Antwort prüfen

Richtig: A · Erhöhte Eigengefahr; Verstärkung anfordern, Distanz halten, keine Alleingänge, Fluchtweg sichern

Gruppen sind gefährlich (Dynamik, Umzingelung). Verstärkung, Distanz, Fluchtweg, keine Alleingänge — Deeskalation vor Konfrontation.

Kurz gesagt: Gegen eine Gruppe: Verstärkung holen, Abstand, Fluchtweg — kein Alleingang.

Rechtsgrundlage: Eigensicherung (Rahmenstoffplan SG 8) · „Bei mehreren Aggressoren hat die Eigensicherung besonderen Vorrang.“

Frage 32
Was kennzeichnet aktives Zuhören?
  1. Aufmerksamkeit zeigen, Gesagtes mit eigenen Worten spiegeln, nachfragen
  2. Den Sprecher früh zu unterbrechen, um das Gespräch effizient zu halten
  3. Schweigen und wegschauen
  4. Sofort Gegenargumente bringen
Antwort prüfen

Richtig: A · Aufmerksamkeit zeigen, Gesagtes mit eigenen Worten spiegeln, nachfragen

Wer sich verstanden fühlt, wird ruhiger — aktives Zuhören ist das wirksamste Deeskalationswerkzeug.

Kurz gesagt: Zuhören, wiederholen, nachfragen — so kühlt Ärger ab.

Rechtsgrundlage: Kommunikation (Rahmenstoffplan SG 8) · „Aktives Zuhören umfasst Zuwendung, Paraphrasieren und Nachfragen, um Verstehen zu sichern.“

9. Grundzüge der Sicherheitstechnik

Melder, Brandmelderzentrale, Notruf- und Serviceleitstelle, Fluchttüren: Du musst wissen, was die Technik leistet und was sie von dir auf dem Rundgang erwartet.

Frage 33
Was besagt das Widerstandszeit-Prinzip?
  1. Die Mechanik muss länger standhalten, als Detektion plus Intervention brauchen
  2. Teure Türen halten für immer
  3. Widerstand ist zwecklos
  4. Es beschreibt die Belastbarkeit des Personals
Antwort prüfen

Richtig: A · Die Mechanik muss länger standhalten, als Detektion plus Intervention brauchen

Zeit(Mechanik) > Zeit(Erkennen) + Zeit(Intervention), sonst kommt Hilfe zu spät.

Kurz gesagt: Die Tür muss länger halten, als die Hilfe braucht.

Rechtsgrundlage: DIN EN 1627 · „Die Widerstandsklassen beschreiben die Widerstandszeit gegen Einbruchversuche.“

Frage 34
Wozu dienen Laufkarten an der Brandmelderzentrale?
  1. Sie führen die Feuerwehr auf dem schnellsten Weg zum ausgelösten Melder — der Wachdienst hält sie aktuell zugänglich und weist ein
  2. Sie sind Bonuskarten für häufige Fehlalarme
  3. Sie dokumentieren die Pausenzeiten der Schicht
  4. Sie sind Ersatzschlüssel aus Pappe für Notfälle
Antwort prüfen

Richtig: A · Sie führen die Feuerwehr auf dem schnellsten Weg zum ausgelösten Melder — der Wachdienst hält sie aktuell zugänglich und weist ein

Bei BMA-Alarm zählen Minuten: Tor auf, FSD/FIZ bedienen (wenn beauftragt), Laufkarte ziehen, einweisen — das ist eingeübte Wachdienst-Routine.

Kurz gesagt: Die Laufkarte ist das Navi der Feuerwehr — du reichst es an.

Rechtsgrundlage: Sicherheitstechnik (Rahmenstoffplan SG 9) · „Feuerwehr-Laufkarten zeigen je Meldergruppe den Standort und den Laufweg zum Melder.“

Frage 35
Was ist bei elektrisch verriegelten Fluchttüren sicherzustellen?
  1. Zuverlässige Freigabe im Gefahrenfall (Nottaster/stromlos-offen)
  2. Zusätzliche Verriegelung bei Alarm
  3. Dauerverschluss, wenn ein Wachmann nah ist
  4. Keine besondere Regelung
Antwort prüfen

Richtig: A · Zuverlässige Freigabe im Gefahrenfall (Nottaster/stromlos-offen)

Menschenrettung vor Einbruchschutz — Fluchttüren nie im Alarm einschließen.

Kurz gesagt: Fluchttür muss im Notfall aufgehen.

Rechtsgrundlage: ASR A2.3 · „Türen im Verlauf von Fluchtwegen müssen sich jederzeit von innen ohne besondere Hilfsmittel leicht öffnen lassen.“

Frage 36
Was leistet die Aufschaltung auf eine NSL?
  1. Rund-um-die-Uhr-Annahme, Verifikation und Steuerung der Intervention
  2. Nur werktags tagsüber
  3. Ersatz jeder Mechanik
  4. Ein Anrufbeantworter
Antwort prüfen

Richtig: A · Rund-um-die-Uhr-Annahme, Verifikation und Steuerung der Intervention

Die NSL macht aus dem Signal eine Reaktion — ergänzt, ersetzt aber nicht die Mechanik.

Kurz gesagt: Aufschaltung = rund um die Uhr wird geprüft und Hilfe geschickt.

Rechtsgrundlage: Sicherheitstechnik (Rahmenstoffplan SG 9) · „Alarmanlagen können auf ständig besetzte Stellen aufgeschaltet werden, die Verifikation und Intervention organisieren.“

So übst du mit Prüfungsfragen richtig

  1. Erst antworten, dann aufklappen. Wer die Lösung zuerst liest, erkennt sie später wieder, kann sie aber nicht selbst finden.
  2. Den Grund lernen, nicht den Buchstaben. In der Prüfung stehen die Antworten in anderer Reihenfolge und anders formuliert. Die Rechtsgrundlage bleibt gleich.
  3. Fehler wiederholen, bis sie sitzen. Eine falsch beantwortete Frage nach einem Tag, nach drei Tagen und nach einer Woche noch einmal stellen. Das ist der schnellste Weg, Lücken zu schließen.
  4. Mindestens eine volle Simulation. 82 Fragen am Stück zeigen dir, ob du das Tempo hältst und wo du unter Zeitdruck Fehler machst.
  5. Alle neun Sachgebiete. Wer ein Sachgebiet auslässt, verschenkt sichere Punkte. Jedes Gebiet kommt in der Prüfung vor.

Was du zu Anmeldung, Kosten und dem mündlichen Teil wissen musst, steht im Überblick zur Sachkundeprüfung 34a. Was in jedem der neun Sachgebiete geprüft wird, erklären wir dort ausführlich.

Quelle zum Bewertungsschema: IHK Ostthüringen zu Gera, „Weiterentwicklung Bewertungsschema der Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe“, Stand 9. Mai 2025.

Häufige Fragen

Wie viele Fragen hat die Sachkundeprüfung 34a?

Seit dem 1. Juli 2025 besteht der schriftliche Teil aus 82 Prüfungsfragen mit zusammen 120 Punkten. Bestanden hat, wer mindestens 60 Punkte erreicht.

Gibt es Teilpunkte bei Fragen mit mehreren richtigen Antworten?

Ja. Seit dem 1. Juli 2025 wertet die IHK nach Teilantworten aus: Wer bei einer Frage mit zwei richtigen Antworten eine davon richtig markiert, bekommt dafür einen Punkt. Vorher gab es nur Punkte, wenn alle Markierungen stimmten.

Sind das die echten IHK-Prüfungsfragen?

Nein. Die IHK veröffentlicht ihre Prüfungsfragen nicht. Diese Fragen sind prüfungsnahe Übungsfragen zu den Themen des Rahmenstoffplans, jede mit der Rechtsgrundlage, auf der die Antwort beruht.

Wie viele Übungsfragen sollte ich vor der Prüfung schaffen?

Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass du alle neun Sachgebiete abdeckst und zu jeder Antwort den Grund kennst. Wer die Rechtsgrundlage versteht, beantwortet auch eine anders formulierte Frage richtig, und genau das prüft der mündliche Teil.

Was passiert, wenn ich den schriftlichen Teil bestehe?

Dann wirst du zum mündlichen Teil eingeladen. Dort schildert der Prüfungsausschuss eine Situation aus dem Wachdienst, und du erklärst, was du tust und worauf sich deine Befugnis stützt.